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Archive für 'British Columbia' Kategorie

Haida Gwaii – die Inseln am Ende der Welt

von admin - Zuletzt geändert: Freitag, September 21, 2012

Wenn an der University of British Columbia im kanadischen Vancouver, wo ich studiert habe, die Ferien da sind, drängelt sich der ganze Campus alsbald am Flughafen und hüpft in “berauschter” Vorfreude auf Sonne in die Flugzeuge mit Ziel Hawaii, Mexico oder Kalifornien. Meine Mitbewohnerin Jamie und ich hatten ein sehr viel kälteres und regnerischeres Ziel, als wir unsere riesigen Rucksäcke durch die Bustüren zwängten: den Naikoon Provincial Park auf der Nordinsel der Haida Gwaii, den Queen Charlotte Islands. Dieses aus über 150 Inseln bestehende Archipelago liegt unterhalb von Alaska, ungefähr 100 Kilometer vom kanadischen Festland entfernt, im Pazifik und wird aufgrund der meist nebligen und feuchten Wetterverhältnisse auch “Misty Islands” genannt.

 

www.istockphoto.com

 

Ungeachtet der Kommentaren unserer Freunde (“Viel Spaß beim Erfrieren!”) sowie meiner Mutter (“Aber Kind, die Bären!”) wälzten wir den einzig existierenden Reiseführer und kopierten uns Kartenmaterial, welches wir, wie sämtliche anderen Gegenstände auch, in Ziplockbags verpackten – wie beispielsweise meine Ausgabe von Laxness’ Independent People, das mich in der pittoresken Umgebung besonders inspirieren sollte, oder mein Tagebuch, das meine inspirierten Gedanken festhalten sollte. Denn etwas war uns bewusst: Wir würden nass werden. Aber das nahmen wir für ein richtiges Abenteuer in der kanadischen Wildnis selbstverständlich gerne in Kauf. Zuerst galt es jedoch, selbige zu erreichen. Und spätestens hier wird der Europäerin klar, dass allein British-Columbia mehrmals so groß ist wie Deutschland. Von Vancouver mit der Fähre nach Nanaimo auf Vancouver Island machte alles noch den Anschein eines harmlosen Sonntagsausflugs. Von dort startete die sechsstündige Busfahrt nach Port Hardy. Dann betraten wir die rostige Fähre, die uns 20 Stunden später in Prince Rupert wieder an Land “spuckte”.

Wie sich herausstellte, hatte ich an verschiedene Dinge nicht gedacht. Sonnencreme gehörte mit dazu. Aber als ich, Kaffee zur Linken, inspirierendes Buch zur Rechten, faul ausgestreckt auf dem Deck der Queen of Prince Rupert bei strahlendem Sonnenschein überlegte, ob der Himmel eher als tiefblau oder mehr als kobaltblau zu beschreiben sei, war mir das herzlich egal – trotz Tomatengesicht am Abend. Wir glitten sonnenverwöhnt durch die weltberühmte Inside Passage, zu deren Seiten sich sanft gerundete Berge und schneebedeckte Gipfel erhoben. Ab und zu tauchten Schwertwale und Delphine neben uns auf, und Weißkopfseeadler saßen in den Baumkronen und blickten furchtbar weise und majestätisch auf uns herab.

48 Stunden nachdem wir Vancouver verlassen hatten, fanden wir uns endlich in der Wildnis wieder. Die ersten drei Kilometer unseres Hikes, der einfach nordwärts am Strand entlangführte, schlängelten sich auf einem matschigen Pfad durch dichten, bemoosten old-growth forest, dessen Baumriesen jetzt die immer noch scheinende Sonne verdeckten. Mich überwältigte plötzlich die Tatsache, dass wir völlig allein durch Bärenterrain stapften. Ich begann aufmerksam nach Tatzenspuren Ausschau zu halten und zuckte bei jedem Hundepfotenabdruck zusammen. Schließlich gingen wir sicherheitshalber dazu über, so laut wie möglich “Yellow Submarine” durch den Wald zu krakeelen, um hungrige Schwarzbären abzuschrecken. Es ist wirklich kein Wunder, dass es half. Trotzdem träumte ich noch mehrere Nächte davon, ein leckeres Abendessen für Meister Petz abgeben zu müssen.

Wir schlugen unser Lager in den Dünen hinter dem Wrack der Pesuta auf, die hier 1928 angespült wurde und seitdem als dankbares Fotoobjekt für verirrte Touristen dient. Die Dünen und der Strand erinnerten mich ein bisschen an Sylt, mit dem Unterschied, dass ich hier herumtrampeln konnte, wie ich wollte. Und mit dem noch größeren Unterschied, dass es auf Sylt nicht besonders schlimm war, wenn der Campingkocher nicht funktionierte und man herausfand, dass die Reservekartusche nicht passte… Also sammelten wir Holz für das nun notwendig gewordene Feuer. Ich baute eine kleine Pyramide aus Stöckchen (das hatte ich irgendwann einmal in einer Pfadfinderfibel gelesen), die ich mit Gras und Tagebuchschnipseln und der Hilfe meines Feuersteins zu entzünden versuchte. Vergeblich. Ziemlich hungrig starrte ich auf unsere Fertigpasta und erinnerte mich an meine letzte Mahlzeit: einen Müsliriegel.

Der ganze Strand war übersät mit angeschwemmten Holzplanken, Zweigen, Ästen, Stöcken, Baumstämmen, kurz: mit brennbaren Materialien. Das Problem war – es brannte einfach nicht. Chemikalien, Wind und Wasser hatten unserem Treibholz einer Behandlung unterzogen, die jedem Asbestanzug alle Ehre machen würden. Wir machten jedoch unseren Ahnen, den Steinzeitmenschen, alle Ehre und fanden heraus, dass ein kleiner “Blowjob” und jede Menge Klopapier reichten, um unser Abendessen zu erhitzen.

Als ich am nächsten Morgen halb erfroren aus dem Zelt kroch, glitzerten dicke, weiße Eiskristalle unter den Sonnenstrahlen, die den Sand, das Zelt und Jamie (die es vorgezogen hatte, unter freiem Himmel zu übernachten) gleichermaßen bedeckten. Wir setzten unser Abenteuer fort, indem wir einen Haken in den Wald schlugen, um über einen glitschigen, grünen Baumstamm den Tlell River zu überqueren. Unter den verständnislosen Augen zahlreicher Rehe und Eichhörnchen stapften wir durch Gestrüpp bis zu der Stelle, an der wir uns an einem dicken Tau die fünf senkrecht abfallenden Meter zur “Brücke” herunterhangeln konnten. Bevor wir uns der anstrengenden Aufgabe des Feuermachens widmeten, nutzten wir jedoch, wie unsere Kommilitonen einige tausend Kilometer weiter südlich vermutlich auch, das wunderbare Wetter für ein ausgedehntes Sonnenbad…

Zurück in der Zivilisation – gepriesen sei sie! Hier kann ich meine Blase ohne die Angst erleichtern, jeden Moment von einem Schwarzbären attackiert zu werden. Vielleicht sollte ich demnächst im Sommer im Bayerischen Wald campen gehen. Doch obwohl ich erst seit kurzem wieder Gefühl in meinem linken großen Zeh verspüre, den ich bereits als dramatisches Opfer des Nachtfrostes angesehen hatte, werde ich keinen Moment zögern, bei der nächsten Gelegenheit zu einem Campingtrip meinen Rucksack zu schultern: sei es nun in bayerischen oder kanadischen Wäldern.

 

Tolle Skireisen in USA & Kanada

von wolfgangg - Zuletzt geändert: Montag, November 22, 2010

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